Aktuelle Ausstellung ◊ 26. 04. – 17. 05. 2026 Hans Gunsch mit Gast Junkyu Lim <Horizont>, Produzentengalerie Pupille, 72762 Reutlingen
„Nah und Fern“ von Junkyu Lim ist eine stille Reflexion über das menschliche Dasein in der heutigen Gesellschaft. In seiner vielschichtigen, von Unschärfe und sanften Grautönen geprägten Arbeit thematisiert er das Spannungsverhältnis zwischen Nähe und Distanz, zwischen Isolation und zwischenmenschlicher Verbundenheit. In den Gesichtern seiner Bildfiguren zeichnet sich die Müdigkeit ab, die Körper wirken geschwächt, von Erschöpfung und innerer Schwere durchzogen, sie drücken weder Durchsetzungskraft noch Durchsetzungswillen aus – Gegenbilder zur allgegenwärtigen Dynamik und Selbstoptimierung unserer Zeit.
Lim arbeitet in einem Prozess der Verdichtung und Verwischung, der die körperliche Präsenz seiner Figuren ebenso wie ihre narrative Verortung bricht und gleichzeitig das Individuelle ins Allgemeine transformiert. In der fragilen Balance zwischen persönlicher Empfindung und universeller Bedeutung gelingt es ihm, einen tief menschlichen Kommentar zu unserer Zeit zu formulieren.
[Auszug aus dem Katalog OSTRALE Biennale O25, Dresden]
Die Erschöpfung der Menschen in íhrem und durch ihren Alltag sind das Thema von Junkyu Lims Malerei. Die Basis bilden alltägliche Begegnungen und Beobachtungen, denen er nachspürt. Er erfasst den einzelnen Menschen in seiner Tiefe und damit auch sein Verhältnis zu anderen, seine zwischenmenschlichen Beziehungen. Unter der Oberfläche macht sich Müdigkeit breit, sie zeichnet sich in den Gesichtern ab. Die Körperhaltungen drücken weder Durchsetzungskraft noch Durch-setzungswille aus. Die Körper scheinen geschwächt, jede Bewegung scheint unendliche Anstrengung zu erfordern.
In den Bildern vermittelt die Unschärfe ein Gefühl von Unsicherheit. Grün und Schwarz ergeben den wiederkehrenden grauen Ton in seiner Malerei, eine Nicht-Leere füllt den Bildraum. Farbflächen überlagern und brechen den menschlichen Körper.
Junkyu Lims Bilder sind die Gegenbilder zur scheinbaren Dynamik unseres Alltags, zu Stärke und Durchsetzungskraft. Sie bilden in ihrer Zeitgebundenheit und Überzeitlichkeit einen sehr menschlichen Kommentar zu unserer Zeit.
[Auszug aus der Zeroarts-Einzelausstellung „ERSCHÖPFUNG”, Stuttgart]
‘ Wofür male ich noch? ’ , ‘ Warum halte ich stur an der Malerei fest? ’ , ‘ Was ist der Sinn der Malerei? ’
Ich habe mir Fragen über die Malerei gestellt: welche Möglichkeiten hat die Malerei der Welt zu bieten? In meiner Malerei versuche ich, der Psychologie der Gefühle näher zu kommen und gleichzeitig universelle Bedeutung auszudrucken, um zu einem Moment der Wahrheit zu gelangen. Ich habe nachgedacht über die Möglichkeiten der Malerei, die unnennbaren Gefühle durch die Bewegung meines Pinsels aufzuzeigen, um über die Psychologie der Gefühle die Wahrheit meines Lebens und die momentane Lage der Welt zum Ausdruck zu bringen.
Indem ich male, denke ich wieder über meine Identität und mein tägliches Leben
nach: ‘ Ich bin in der Welt, wer bin ich?’ , ’ Wie soll ich mit düsteren, bedrohlichen,
schwermütigen, unruhigen Gefühlen umgehen?
© 2026 Editor and Webdesign: Junkyu Lim Foto: Markus Fels (Simmozheim) © 2023/2026 Markus Fels